Young Positions

Christian Seidler - Malerei

Alicia Viebrock - Malerei

Moritz Karweick - Skulptur

 

Ausstellungsdauer: 26. März - 11. Mai 2017
Vernissage: 26. März, 12 - 15 Uhr
Einführungsrede: Heinz Holtmann, ca. 12:30 Uhr

Die Künstler/innen werden anwesend sein.

Die Förderung junger Künstler nimmt in der Tätigkeit der Galerie Heinz Holtmann einen hohen Stellenwert ein. In diesem Sinne widmet sich auch die aktuelle Ausstellung Young Positions dem Schaffen von drei Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie. Bis zum 11. Mai (über die Art Cologne 26.-29. April) sind in den Räumlichkeiten der Galerie im Kölner Rheinauhafen Werke der Maler Christian Seidler und Alicia Viebrock, sowie Plastiken des Bildhauers Moritz Karweick zu sehen.

Der 1985 geborene Christian Seidler beendete 2015 sein Studium als Meisterschüler der Klasse Prof. Herbert Brandl. In subtiler Malweise nimmt Seidler auf Themen wie Licht, Raum, Struktur, Rhythmus, Prozessualität, Materialität und Zeitlichkeit Bezug und rückt dabei die Interpretation von Zeichen und Spuren ins Zentrum seiner Arbeit. Unter der Zuhilfenahme realer Werkstoffe wie Seide oder Kunstrasen schafft Seidler Bildräume, die mit unseren alltäglichen Sehgewohnheiten korrelieren. Dieser räumlichen Suggestion steht die reale Präsenz der verwendeten Werkstoffe gegenüber. Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Imagination und den haptischen und visuellen Eigenschaften der Materialien, die den Betrachter in seiner Wahrnehmung herausfordern. Die voranschreitende Digitalisierung der Welt konfrontiert uns täglich mit einer Vielzahl an Bildern. Seidler generiert in seiner Malerei „alternative Bilder“, die diese Oberflächlichkeit durchbrechen und Verweise zur Welt herstellen.

Die 1986 in München geborene Alicia Viebrock - ebenfalls Meisterschülerin von Prof. Herbert Brandl - erhielt im Februar dieses Jahres ihren Akademiebrief. Viebrock hat sich der besonderen Technik der Tusche-Malerei verschrieben.  Auf eine mit schwachen Farben grundierte Leinwand trägt Viebrock mit großen Gesten und kräftigen Pinselstrichen ihre ersten Setzungen auf. Jeder Strich muss dabei sitzen, denn die Leinwand verzeiht keine Fehler. Auf diesen Akt folgt ein längerer Trocknungsprozess, an den sich weitere Konkretisierungen der Komposition durch die Künstlerin anschließen. Dabei entsteht ein Kontrast zwischen bemalter und unbemalter Fläche, der eine Spannung erzeugt und eine weitere Räumlichkeitsebene entstehen lässt. Ihre Motive findet Viebrock häufig in der Natur, sodass auf ihren Leinwänden wildromantische, florale Gewächse auftauchen, die fortschreitend zur Abstraktion tendieren.

Der 1989 geborene Moritz Karweick absolviert aktuell ein Studium bei Prof. Didier Vermeiren. Formal und arbeitstechnisch gliedern sich seine Skulpturen in die Welt unserer Maler ein. Der Prozesscharakter spielt für die Entstehung der Plastiken Karweicks eine entscheidende Rolle. Der Künstler beginnt die Arbeit an einer Skulptur nicht mit einer fertigen Idee im Kopf, sondern reagiert im Entstehungsprozess des Werkes auf die sich ihm durch das gewählte Material bietenden Möglichkeiten. Den durch den Brennvorgang matt gewordenen Ton versieht er im letzten Arbeitsschritt mit einer glänzenden Glasur. In der Glasurtechnik hat Karweick neue Möglichkeiten beschritten.